Dar Coronavirus breitet sich nicht nur in Deutschland, sondern weltweit weiter aus. Mittlerweile gibt es hierzulande fast 1.000 registrierte Fälle und leider die ersten zwei Toten.

Schon seit ca. zwei Wochen sind die Börsen weltweit im Sinkflug, sodass immer häufiger von einem Börsencrash gesprochen wird.

Wirtschaftliche Einbußen schon jetzt nicht mehr zu verhindern

Neben den gesundheitlichen Folgen, mit denen einige vom Coronavirus betroffene Menschen rechnen müssen und den negativen Auswirkungen auf das gesamte Gesundheitssystem, sind es insbesondere die wirtschaftlichen Folgen, die aufhorchen lassen. Schon jetzt gibt es in immer mehr Branchen finanzielle Einbußen. Manche Unternehmen haben bereits Kurzarbeitergeld beantragt. Diese fundamentalen Daten sind allerdings nur die eine Seite der Medaille, die bereits für eine sehr schlechte Stimmung an den Börsen sorgen.

Zum anderen hassen die Aktienmärkte nichts mehr als Überraschungen und Unsicherheit. Die Unsicherheit ist definitiv aktuell beim Coronavirus vorhanden.

Nicht einmal die Experten wissen, wie genau es in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten weitergehen wird. Von einem Rückgang der Zahl der Infizierten in Richtung Sommer bis hin zu einer globalen Pandemie großen Ausmaßes scheint alles möglich. Dies sind definitiv die Hauptgründe dafür, dass die Aktienmärkte in den letzten zwei Wochen erheblich an Boden verloren haben und das Wort Börsencrash vielfach bereits genutzt wird.

Börsencrash beim DAX: 3.000 Punkte in rund zwei Wochen

Dass man aktuell durchaus von einem Börsencrash sprechen kann, zeigt ein Blick auf den Deutschen Aktienindex. Dieser notierte Mitte Februar, sogar noch bis zum 20. des vergangenen Monats, auf einem Höchststand von rund 13.800 Punkten. Seitdem ging es rapide abwärts, nämlich um über 3.000 Punkte. Aktuell (9. März 2020) notiert der deutsche Leitindex nur noch bei ungefähr 10.650 Punkten.. Dies entspricht einem Verlust innerhalb von lediglich gut 14 Tagen von über 25 Prozent.

Der DAX Index im Börsen Crash seit dem Corona Virus Ausbruch
DAX Index – Wochenchart (Stand 09.03.2020)

Schwarzer Schwan trifft auch den Dow Jones Index

Dass es sich bei den großen Verlusten an den Aktienmärkten um ein weltweites Problem handelt, zeigt ebenfalls ein Blick auf den wohl bekanntesten Index überhaupt, den Dow Jones Index. Amerikanische Aktien sind ebenfalls vom sogenannten Schwarzen Schwan betroffen, der von immer mehr Experten als Synonym für ein völlig unvorhersehbares Ereignis genutzt wird. Bekannte Schwarze Schwäne in der Vergangenheit waren die Spanische Grippe in den 20er Jahren und noch relativ aktuell die Finanzkrise aus dem Jahr 2008. Diese Ereignisse sorgten ebenfalls für einen massiven Börsencrash, wie er sich jetzt ebenfalls darstellt.

Die bisherigen Verluste beim Dow Jones Index sind in etwa mit denen beim Deutschen Aktienindex vergleichbar. Am 20. Februar notierte der amerikanische Leitindex noch bei etwa 29.300 Punkten.

Der aktuelle Stand beträgt jetzt nur noch etwas unter 24.000 Punkte. Dies entspricht einem Verlust in ebenfalls nur etwas mehr als zwei Wochen von über 5.000 Punkten oder mehr als 20 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Blick auf den S&P 500, der noch deutlich mehr Aktien abbildet. Der Index fiel von knapp 3.400 Punkten Mitte Februar auf aktuell unter 2.800 Punkte.

Dow Jones Index – Wochenchart (Stand 09.03.2020)

Wie können Anleger ihr Vermögen jetzt schützen?

Angesichts der Turbulenzen an den Börsen fragen sich immer mehr Anleger derzeit, wie sie ihr Vermögen schützen können. Wer sein Kapital zwar sicher, aber nicht zu mickrigen Zinsen anlegen möchte, für den kommen Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen nicht infrage.

Häufig empfohlen werden hingegen in der aktuellen Situation Sachwertanlagen. In dieser Rubrik werden insbesondere genannt:

  • Immobilien
  • Edelmetalle
  • Diamanten

Immobilien zum Beispiel sind ohnehin seit Jahren eine gefragte Sachwertanlage. Dies ist vor allem auf die erheblich gestiegenen Preise am Immobilienmarkt zurückzuführen, aber auch auf die Eigenschaften, durch die sich Immobilien als Sachwert grundsätzlich auszeichnen können. Dazu zählen beispielsweise Inflationsschutz, Wertbeständigkeit und von Börsen und Zinsmärkten unabhängiges Kapital.

Wie aber stellt sich die aktuelle Situation bei Immobilien dar, wenn es um eine Verbindung zum Coronavirus und dessen Auswirkungen geht?

Was wird passieren: Erhöhte oder sinkende Nachfrage bei Immobilien?

Wie werden sich das Coronavirus und in Kombination der deutliche Rückgang bei den Börsenkursen auf Immobilien auswirken?

Es gibt im Grunde zwei mögliche Szenarien, die auch durchaus in Kombination auftreten könnten.

Steigende Nachfrage und Immobilienpreise

Zum einen ist es denkbar, dass sich insbesondere Anleger jetzt noch stärker für Immobilien als Investment interessieren. Hintergrund ist die Tatsache, dass für die meisten verzinslichen Geldanlagen ohnehin seit Jahren keine akzeptable Rendite mehr zu erhalten ist.

Zum anderen kommt jetzt noch hinzu, dass die Börsen zwar in den letzten zwei Jahren gute Gewinne erzielen konnten. Aktuell jedoch ist ein Crash vorhanden. Selbst Experten wagen keine Prognosen, wie sich die Börsen in den nächsten Wochen und Monaten weiter entwickeln werden. Diese Punkte sprechen dafür, dass die Nachfrage nach Immobilien und somit auch die Preise weiter ansteigen werden. 

Massive wirtschaftliche Folgen

Ein anderes Szenario ist ebenfalls keineswegs unwahrscheinlich und basiert auf den negativen wirtschaftlichen Folgen durch das Coronavirus. Bereits jetzt steht fest, dass es insbesondere in einigen Branchen erhebliche Einbußen geben wird. Dies wiederum wird sich gesamtwirtschaftlich Konjunktur bremsend auswirken.

Manche pessimistisch eingestellte Experten rechnen sogar mit einer Rezession, nicht nur in Deutschland, sondern in Europa oder sogar weltweit. Die schwache Konjunktur wiederum könnte dazu führen, dass insbesondere die Nachfrage nach Bestandsimmobilien sinkt. Weniger Wirtschaftskraft bedeutet nämlich fast immer, dass die Menschen weniger investieren bzw. Geld für notwendigere Dinge ausgeben. 

Es kann demnach passieren, dass der Immobilienmarkt auf der einen Seite durch einen weiteren Anstieg der Nachfrage seitens der Anleger geprägt ist. Auf der anderen Seite ist jedoch ebenso ein Rückgang der Nachfrage wegen der schwächeren konjunkturellen Entwicklung nicht unwahrscheinlich.

Was sich letztendlich in größerem Umfang auf die Gesamtnachfrage und somit auf die Preise von Immobilien auswirken wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt nur äußerst schwer einzuschätzen.

Fazit: Coronavirus und Börsencrash werden sich auswirken

Egal, in welche Richtung es letztendlich gehen wird: Es ist mit großer Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich das Coronavirus und der daraus resultierende Börsencrash auch auf den Immobilienmarkt auswirken werden.

Immobilien sind zwar als Sachwertanlage nach wie vor sehr gefragt. Dennoch könnte ein deutliches Abschwächen der Konjunktur oder sogar eine Rezession dazu führen, dass nicht mehr so viel Geld investiert wird, wie es bisher der Fall ist. Es bleibt demnach abzuwarten, wie vor allem die Entwicklung beim Coronavirus und damit auch die Entwicklung der Börsen und der Wirtschaftslage weiter fortschreiten wird.

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