Auf der einen Seite wünschen sich zahlreiche Menschen in Deutschland ein Eigenheim. Auf der anderen Seite entstehen sowohl durch den Kauf als auch die Finanzierung und den weiteren Unterhalt der eigenen vier Wände nicht unerhebliche Kosten.

Es existieren jedoch einige legale Möglichkeiten, wie Sie die Kosten im Zusammenhang mit Ihrem Eigenheim reduzieren oder praktisch Geschenke vom Staat in Anspruch nehmen können. In unserem Beitrag erfahren Sie, wie auch Sie im Zusammenhang mit Ihrem privaten Wohneigentum Ausgaben einsparen können.

Welche Einsparmöglichkeiten gibt es: ein Überblick

Sie können an verschiedenen Stellen im Zusammenhang mit Ihrem Eigenheim Kosten einsparen. Dies betrifft insbesondere zwei große Bereiche, nämlich zum einen die Kaufnebenkosten und zum anderen die Immobilienfinanzierung. Im besten Fall können Sie dort in der Summe über 10.000 Euro einmalig oder sogar zusätzlich noch regelmäßig Kosten einsparen. In unserem Beitrag möchten wir insbesondere auf die folgenden Einsparmöglichkeiten eingehen:

Kaufnebenkosten: deutliche Unterschiede bei der Grunderwerbsteuer

Bares Geld können Sie bereits im Zusammenhang mit den Kaufnebenkosten sparen, die es beim Erwerb der eigenen vier Wände immer gibt. Für gewöhnlich setzen sich die Kaufnebenkosten beim Eigenheimerwerb insbesondere aus den folgenden Bestandteilen zusammen:

Bei den Notar- und Grundbuchkosten können Sie nicht sparen, denn diese sind gesetzlich festgelegt und lassen sich nicht vermeiden, da jede Eigentumsübertragung einer Immobilie notariell beurkundet werden muss. Bei der Grunderwerbsteuer hingegen gibt es bereits Einsparpotenzial, auch wenn Sie die Steuer ebenfalls nicht gänzlich vermeiden können.

Die Höhe der Grunderwerbsteuer wird allerdings von jedem Bundesland selbst festgelegt, sodass es mittlerweile deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern gibt. Dies zeigt eine beispielhafte Aufstellung, welchen Grunderwerbssteuersatz Sie in den folgenden Bundesländern zahlen:

Wenn Sie sich also zum Beispiel für das Bundesland Hamburg entscheiden, zahlen Sie zwei Prozent weniger Grunderwerbssteuer als beispielsweise in Schleswig-Holstein.

Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro sparen Sie daher im Beispiel 6.000 Euro an Kosten ein. Die Einsparmöglichkeit setzt allerdings voraus, dass Sie ein Wahlrecht haben und relativ frei entscheiden können, in welchem Bundesland Sie Wohneigentum erwerben möchten. Dies ist selbstverständlich oft nicht gegeben, weil Sie in der Nähe Ihres Arbeitsplatzes wohnen bleiben möchten.

Maklerkosten einsparen – sinnvoll?

Der größte Kostenfaktor bei den Kaufnebenkosten ist oftmals die Maklergebühr, die zum Teil mit bis zu sechs Prozent (je nach Bundesland) vom Kaufpreis zu Buche schlagen kann. Das Problem besteht allerdings darin, dass Sie diese Maklergebühren als Käufer oftmals nicht vermeiden können.

Es findet sich am Markt nämlich nur noch eine relativ geringe Anzahl von zum Verkauf stehenden Objekten, die ohne Makler veräußert werden. Dann jedoch sparen Sie die Maklerkosten ein. Aus dem Grund kann es durchaus sinnvoll sein, gezielt nach Inseraten oder sonstigen Verkaufsangeboten zu suchen, bei denen der Verkäufer selbst mit Ihnen in Kontakt tritt und kein Makler zwischengeschaltet ist.

Bedenken Sie allerdings: Ein Makler spielt eine wichtige Rolle im Kaufprozess! Was bringt es Ihnen, wenn Sie ein Objekt mit massiven Mängeln kaufen? Oder wenn Sie die Courtage sparen, aber das Objekt den Preis nicht wert ist? Einsparungen sind möglich, allerdings sollten Sie sich den Risiken bewusst sein.

Einsparungen bei der Baufinanzierung: möglichst viel Eigenkapital einbinden

Neben den Kaufnebenkosten ist die Baufinanzierung ein zweiter großer Bereich, in dem Sie im Zusammenhang mit Ihrem Eigenheim Kosten einsparen können. Viele Banken legen mittlerweile großen Wert auf Eigenkapital, welches sie in die Immobilienfinanzierung einbinden. Dies hat nicht nur den Grund, dass dann das Ausfallrisiko sinkt und für Sie die Wahrscheinlichkeit einer positive Kreditentscheidung steigt. Darüber hinaus bieten die Banken Ihnen meistens einen deutlich günstigeren Zinssatz für die Immobilienkredite an, wenn Sie Eigenkapital mit einbinden als wenn es sich um eine Vollfinanzierung ohne Eigenkapital handeln würde. 

Daher lohnt es sich finanziell definitiv, wenn Sie beispielsweise Sparguthaben auflösen, Wertpapiere verkaufen oder anderweitig für Eigenkapital sorgen. Dies beinhaltet übrigens auch, dass Sie beim Bau einer Immobilie gegenüber der Bank Eigenleistungen anbieten, die Sie verrichten können. Diese werden zu einem Großteil ebenfalls als Eigenkapital angerechnet, sodass Sie einen günstigeren Zinssatz angeboten bekommen.

Was Sie tatsächlich durch etwas mehr Eigenkapital in der Baufinanzierung einsparen können, soll die folgende Gegenüberstellung verdeutlichen. Dabei rechnen wir zum einen eine Baufinanzierung mit wenig und andererseits eine Immobilienfinanzierung mit deutlich mehr Eigenkapital durch:

Baufinanzierung mit wenig Eigenkapital (10 %)

Kaufpreis: 250.000 €

Kaufnebenkosten: 35.000 €

Eigenkapital: 25.000 €

Immobilienkredit: 240.000 Euro

Anfangstilgung: 3 %

Bauzins: 1,89 %

Monatliche Kreditrate: 978 Euro

Baufinanzierung mit viel Eigenkapital (25 %)

Kaufpreis: 250.000 €

Kaufnebenkosten: 35.000 €

Eigenkapital: 62.500 €

Immobilienkredit: 222.500 Euro

Anfangstilgung: 3 %

Bauzins: 1,19 %

Monatliche Kreditrate: 776,89 Euro

Hinweis: Diese Rechnung dient lediglich zur Veranschaulichung und stellt keinerlei Anlageberatung dar.

Wie Sie an dieser Beispiel-Gegenüberstellung erkennen, sparen Sie durch mehr Eigenkapital in der Baufinanzierung bei der Darlehensrate Monat für Monat einen Betrag von rund 200 Euro. Somit können Sie jährlich nur dadurch etwa 2.500 Euro einsparen, dass Sie mehr Eigenkapital in die Baufinanzierung einbinden. Allerdings kann natürlich nicht jeder Kreditnehmer diese Einsparmöglichkeiten nutzen, weil es häufig einfach an mehr Eigenkapital mangelt. 

Staatliche Förderungen beantragen: zusätzliches Geld fürs Eigenheim

Rund um Ihr Eigenheim und die Finanzierung können Sie nicht mehr nur Kosten einsparen, sondern auch etwas optimieren. Somit macht es auf jeden Fall Sinn, dass Sie sich über folgende staatliche Förderungen im Zusammenhang mit den eigenen vier Wänden und dem oft damit einhergehenden Vermögensaufbau informieren:

Während Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie nur einen relativ kleinen Betrag von unter 100 Euro im Jahr ausmachen und vornehmlich zum regelmäßigen Sparen geeignet sind, sind für Immobilieneigentümer vor allem die Riester-Rente und das Baukindergeld äußerst interessant. Im Rahmen der Riester-Rente gibt es bekanntlich auch das sogenannte Wohnriester. Damit können Sie die jährlichen Zulagen direkt in die Tilgung eines Immobilienkredites fließen lassen, sodass die Zulagen in gewisser Weise als Eigenkapital gewertet werden.

Vom Betrag her oftmals noch interessanter ist das Baukindergeld, dass es seit Anfang 2018 rückwirkend in Deutschland gibt. In diesem Fall werden Familien mit Kindern und privatem Wohneigentum gefördert. Sie erhalten dann nämlich pro minderjährigem Kind und Jahr ein Baukindergeld in Höhe von 1.200 Euro.

Auch dieser Betrag wird von den Banken meistens in vollem Umfang als Eigenkapital angerechnet. Damit profitieren Sie wiederum von den prinzipiellen Vorteilen, die Eigenkapital in der Immobilienfinanzierung hat, also von einem günstigeren Darlehenszins. Auf diese staatlichen Geschenke sollten Sie nicht verzichten, denn so benötigen Sie weniger Fremdkapital oder haben einen geringeren Zinsaufwand.

Fazit: Einsparpotenzial von über 1.000 Euro pro Jahr nicht selten

Mit den entsprechenden Maßnahmen können Sie im Zusammenhang mit Ihrem Eigenheim nicht selten pro Jahr über 1.000 Euro oder alternativ bzw. zusätzlich mehr als 10.000 Euro einmalig einsparen. Einsparpotenzial bietet insbesondere die Grunderwerbsteuer, die Maklergebühr und die Tatsache, dass Sie Eigenkapital in die Baufinanzierung einbinden können. Zudem gibt es eine Reihe staatlicher Förderungen, die Ihre Einnahmenseite erhöhen.

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