Arten von Altlasten und wie man sich davor schützen kann

Sie sehen eine Ölfass was auf Altlasten hinweisen kann

Das vermeintlich günstige Angebot

Oft sieht man ein Angebot zu einem Grundstück und freut sich über den vermeintlich günstigen Preis. Hier sollte man nicht voreilig handeln sondern intensiv das Grundstück überprüfen, da im Boden Altlasten verborgen sein können. Deren Beseitigung kann den geplanten Bau verzögern, verteuern oder sogar vollständig platzen lassen. Wir erklären den Begriff, stellen Ihnen eine Übersicht über die wichtigsten Altlasten vor und bieten Vorschläge, wie diese vermieden werden können.

Was sind Altlasten?

Altlasten sind Flächen, auf denen durch vergangene Nutzung umweltschädliche Veränderungen stattfanden. Die gesetzliche Mindestqualität des Bodens ist so nicht mehr gegeben und die Fläche ist nur noch eingeschränkt nutzbar.

Hauptsächlich wird laut §2 Abs. 5 BbodSchG (Bundesbodenschutzgesetz)  zwischen Altablagerungen und Altstandorten unterschieden. Bei letzteren fand eine aktive Verarbeitung der Stoffe statt während bei Altablagerungen die Abfälle dort gelagert wurden.

Beispiele von Altlasten sind unter anderem giftige Chemie im Boden, alte Mülldeponien, Schwerindustrie aber auch Grundwasserverschmutzungen und alte Gräber sowie Einschränkungen durch den Denkmalschutz

Tipps zur Vorbeugung vor dem Kauf

Ein Bodengutachten erstellen zu lassen wird sehr empfohlen, da dies bei einer Bauabsicht sowieso benötigt wird, um die Beschaffenheit des Bodens festzustellen. Dieses Gutachten kostet meist um die 1000 €

Ein weiterer Schritt ist im Grundbuch die Grundstückshistorie einzusehen und ausgiebig zu prüfen. So lässt sich herausfinden ob früher auf dem Grundstück eine Fabrik stand und ob auf dieser zum Beispiel Chemikalien produziert wurden. Dadurch entsteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass diese giftigen Lacke in das Grundwasser gelangt sind.

Bundesweit gibt es das sogenannte Altlastenkataster. Hierbei werden durch die Umweltämter der Städte und Gemeinden genaue Verzeichnisse geführt, auf welchen Flurnummern und in welcher Art Verschmutzungen zu finden sind. Die Gebühr für eine Abfrage variiert und liegt meist bei einigen hundert Euro.

Mit einer Klausel im Kaufvertrag kann man sich absichern, dass der Verkäufer für Sanierungskosten aufkommt, sollten unerwarteterweise Altlasten gefunden werden. Diese Klausel ist nach Verhandlungsgeschick der beiden Parteien zu gestalten und zieht meist eine Steigerung des Kaufpreises nach sich.

Eine Befragung der Anwohner und Nachbarn ist meist hilfreich um Geschichten über den Vorbesitzer und seine Tätigkeiten herauszufinden. Auch weitere Experten wie Architekten oder Ingenieure können hier um Rat gefragt werden, da diese meist eine neutrale Meinung zur Lage abgeben.

Wer haftet für Altlasten?

Grundsätzlich haftet der Verursacher und somit meistens der Eigentümer. Dieser haftet aber nur dann, wenn er von der Verunreinigung davor wusste und das Grundstück nach dem Inkrafttreten des Bundesbodenschutzgesetzes 1999 verkauft hat. Der eigentliche Verursacher ist aber oft nicht aufzufinden oder nur sehr schwer ermittelbar.

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