Mieten in Großstädten

Mieten in Großstädten

Mieten erreichen astronomische Höhen – mehr als 10.000 € in München

Dass die Immobilienpreise mittlerweile seit zehn Jahren stetig ansteigen, ist für die meisten Verbraucher nichts Neues mehr. Teilweise müssen insbesondere für Häuser und Eigentumswohnungen in den Großstädten des Landes, wie zum Beispiel Berlin oder München, doppelt so hohe Preise wie noch vor acht Jahren gezahlt werden.

Diese Preisentwicklung vollzieht sich allerdings nicht nur bei Immobilien, sondern ebenfalls bei den Mieten. Aktuell wurde eine neue traurige Höchstmarke erreicht, bei der für eine größere Wohnung in München über 10.000 Euro pro Monat an Miete verlangt wurde.

Das Wichtigste in Kürze

  • In den vergangenen fünf Jahren sind insbesondere die Mieten in den Großstädten um teilweise mehr als fünf Euro pro Quadratmeter angestiegen.
  • In verschiedenen Großstädten haben die durchschnittlichen Quadratmeterpreise mittlerweile die 20 Euro Marke deutlich hinter sich gelassen. Daher sprechen manche Fachleute sogar mittlerweile von einem echten Drama am Mietmarkt.
  • Rund 14 % der Bevölkerung in Deutschland lebten 2018 in Haushalten, die durch Wohn­kosten überbelastet waren, das heißt, sie mussten mehr als 40 % ihres verfügbaren Einkommens für Wohnen ausgeben.

Mieten erreichen immer neue Rekorde


Die Entwicklung der Mietpreise stellt sich im Grunde genauso dar, wie es auch bei den Immobilienpreisen der Fall ist. In den vergangenen fünf Jahren sind insbesondere die Mieten in den Großstädten um teilweise mehr als fünf Euro pro Quadratmeter angestiegen. Betroffen davon sind insbesondere die Metropolen des Landes, wie zum Beispiel:

  • Berlin
  • Hamburg
  • München
  • Frankfurt
  • Köln
  • Stuttgart

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass es bei Mieten sehr schwer ist, eine Art Durchschnittswert anzugeben. Dieser bewegt sich zwar im bundesweiten Durchschnitt zwischen sechs bis acht Euro pro Quadratmeter. Allerdings gibt es teilweise extreme Abweichungen, je nachdem, in welcher Stadt oder Region Sie nach einem Mietobjekt suchen.

Experten stellen allerdings aktuell immer häufiger fest, dass insbesondere für größere und eher luxuriös ausgestattete Wohnungen zum Teil absurd hohe Mieten verlangt werden. Trotzdem werden diese Mieten häufig bezahlt, was natürlich insbesondere auf die Knappheit am Wohnungsmarkt zurückzuführen ist. Ein aktuelles Beispiel trauriger Natur gibt es derzeit in der bayerischen Landeshauptstadt München.

Über 10.000 Euro monatliche Miete für eine große Wohnung in München

In München wurde aktuell – vermutlich sogar zum ersten Mal – die 10.000 Euro Marke für eine Mietwohnung rein privater Natur geknackt. Für Gewerbeobjekte sind solche Preise nicht ungewöhnlich, wohl aber für eine private Nutzung. Experten sprechen teilweise von absurden Preisen. Im speziellen Fall weist die Mietwohnung in München folgende Eigenschaften auf, die dazu führten, einen neuen Preisrekord zu brechen:

  • Wohnfläche: 220 m²
  • Ausstattung: Luxuriös
  • Lage: München City
  • Preis: 10.120 € pro Monat

Auf der einen Seite handelt es sich natürlich um eine echte Traumwohnung in bester Lage, die zudem über eine hochwertige Ausstattung verfügt. Auf der anderen Seite erscheint eine Miete von über 10.000 Euro pro Monat trotzdem deutlich überhöht. Immerhin ergibt sich daraus ein Quadratmeterpreis von rund 45 Euro. Gelegen ist die betreffende Mietwohnung in der Sophienstraße, also im Ortsteil Max-Vorstadt.

Selbst im Bereich der Luxuswohnungen sprengt diese Miete den durchschnittlichen Rahmen deutlich. Ganz abgesehen von dem durchschnittlichen Kaltmietpreis, der in der bayerischen Landeshauptstadt München bei knapp zwölf Euro pro Quadratmeter liegt. Die Luxuswohnung in der Sophienstraße ist damit fast viermal so teuer, wenn man die entsprechenden Mieten miteinander vergleicht.

Vergleichsmiete berechnen kaum möglich


Nun werden sicherlich einige Verbraucher und auch Experten auf die Idee kommen, dass es doch den Mietspiegel gibt, sodass deutliche Ausbrüche nach oben eventuell nicht rechtmäßig wären. Das Problem ist allerdings, dass der Mietspiegel nur bis zu einer Fläche von maximal 160 Quadratmetern reicht, zumindest in der bayerischen Landeshauptstadt.

Das bedeutet, dass es im Grunde bei der betreffenden 220 Quadratmeter großen Wohnung kaum möglich ist, eine aussagekräftige Vergleichsmiete zu ermitteln. Hinzu kommt, dass es in der Form kaum vergleichbare Wohnungen in derart luxuriöser Ausstattung gibt.

Kleinere Wohnungen ebenfalls von deutlichen Mietanstiegen betroffen

Die luxuriöse Wohnung in München ist nur ein Beispiel dafür, dass der Mietmarkt nach Ansicht nicht weniger Experten teilweise absurde Blüten trägt. Dies bezieht sich nicht nur auf großräumige Apartments oder Suiten, sondern betroffen sind ebenfalls kleinere Wohnungen. So müssen Interessenten beispielsweise aktuell für eine nur 50 Quadratmeter große Wohnung in München, die sich nahe des Olympiaparks befindet, nicht selten eine Warmmiete von über 2.000 Euro zahlen. Hier ergibt sich ebenfalls ein stattlicher Quadratmeterpreis, nämlich von rund 40 Euro (warm). Hinzu kommen nicht selten weitere Kosten, insbesondere in Form einer Mietkaution.

Angespannter Wohnungsmarkt in vielen deutschen Städten


München ist nur ein Beispiel dafür, dass es in immer mehr Städten des Landes eine angespannte Wohnsituation gibt. Diese wird vor allem durch eine echte Wohnungsknappheit bestimmt. Dabei geht es keineswegs immer um luxuriöse Wohnungen, sondern ganz durchschnittliche Mietwohnungen sind für viele Durchschnittsverdiener nicht mehr bezahlbar.

In verschiedenen Großstädten haben die durchschnittlichen Quadratmeterpreise mittlerweile die 20 Euro Marke deutlich hinter sich gelassen. Daher sprechen manche Fachleute sogar mittlerweile von einem echten Drama am Mietmarkt. Dieser zeigt sich zum Beispiel in den folgenden Formen:

  • Mehr als 100 Personen bei Besichtigungsterminen
  • Verschiedene Kosten für Wohnungssuchende, die ihre Chance auf eine Mietwohnung erhöhen möchten, beispielsweise Bearbeitungsgebühren
  • Durchschnittsfamilien teilweise Jahre vergeblich auf der Suche

Rund 14 % der Bevölkerung in Deutschland lebten 2018 in Haushalten, die durch Wohn­kosten überbelastet waren, das heißt, sie mussten mehr als 40 % ihres verfügbaren Einkommens für Wohnen ausgeben.

Statistisches Bundesamt: Quelle

Welche Lösungsmöglichkeiten existieren momentan?

Angesicht der teilweise fatalen Situation am Mietmarkt zahlreicher Großstädte stellt sich natürlich die Frage, welche Lösungswege momentan existieren. Viele Menschen haben schlichtweg nicht die Möglichkeit, einfach in eine kleinere Stadt oder auf das Land zu ziehen, weil dann die Entfernung zum Arbeitsplatz zu groß wird. Zwar würde man dann eine deutlich günstiger Mietwohnung finden, aber das eingesparte Geld würde nicht selten durch wesentlich höheren Benzinverbrauch oder Kosten für öffentliche Verkehrsmittel kompensiert. 

In der Politik sehen die Vorschläge meistens so aus, dass unbedingt mehr Anreize für den Neubau von Immobilien und Wohnungen geschaffen werden müsse. Zudem wird nahezu dauerhaft diskutiert, dass es schnellere Genehmigungsverfahren im Bereich Bauland und Neubauten geben müsse. Allerdings handelt es sich vermutlich in allen Fällen keinesfalls um kurzfristige Lösungen, sondern bis die entsprechenden Maßnahmen – falls überhaupt – greifen, dürften mindestens fünf bis zehn Jahre vergehen.

Auch im Umland wird es tendenziell weiter teurer

Bis vor einigen Jahren hatten betroffene Mieter zumindest auch die Möglichkeit, durch einen Umzug ins Umland der Großstädte noch bezahlbaren Wohnraum zu finden. Mittlerweile gibt es allerdings auch in den Regionen rund um die Metropolen des Landes tendenziell weiter steigende Mietpreise.

Wer beispielsweise in München tatsächlich keine passende Wohnung findet und sich die Mietpreise nicht leisten kann, dem bleibt oftmals nur noch ein Umzug an einen gänzlich anderen Ort. Allerdings besteht das große Problem dann häufig darin, an diesem neuen Ort erst einmal einen Arbeitsplatz zu finden. Und selbst dann: Hat man einen neuen Arbeitsplatz, muss auch die passende Wohnung erst einmal verfügbar sein. Nicht selten also ein Teufelskreis!

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