Die Bundesbürger lassen sich in vielerlei Hinsicht in unterschiedliche Gruppen einteilen. Eine Zweiteilung der Gesellschaft besteht darin, ob man Immobilieneigentum hat oder zur Miete wohnt. Für viele Verbraucher ist die Art des Wohnens eine Kostenfrage. Auf der anderen Seite entscheiden sich aber auch viele Menschen deshalb für Immobilieneigentum oder für das Mieten einer Wohnung bzw. eines Hauses, weil sie die jeweilige Wohnform aus anderen Gründen für die bessere Alternative erachten. Wir möchten in unserem Beitrag versuchen, die Frage zu beantworten, unter welchen Umständen Immobilieneigentum oder Miete die bessere Alternative ist.

Rund 47 Prozent der Einwohner haben Immobilieneigentum

Das Verhältnis von Wohneigentum und Miete zahlen hat sich in den letzten 10 bis 20 Jahren verändert. Besaßen zum Beispiel Anfang des Jahrtausends noch etwa 42 Prozent aller Menschen eine eigene Immobilie, ist die sogenannte Eigentumsquote mittlerweile auf etwa 47 Prozent angestiegen. Zwar wohnen in Deutschland im internationalen Vergleich immer noch überproportional viele Menschen zur Miete, denn beispielsweise in den skandinavischen Ländern oder auch in weiten Teilen Südeuropas beläuft sich die Eigentumsquote auf zum Teil über 70 Prozent. Dennoch geht der Trend hierzulande eindeutig hin zum Wohneigentum und weg vom Miete zahlen. Trotzdem gibt es für beide Wohnsituationen gute Argumente, die wir in der Folge etwas näher betrachten möchten.

Die Kosten: Individuelle Entscheidung zwischen Wohneigentum und Miete zahlen

Bei der Entscheidung zwischen der eigenen Immobilie und dem Wohnen zur Miete spielen für zahlreiche Menschen insbesondere die Kosten eine große Rolle. Dabei geht es vor allen Dingen darum, bei welcher Wohnsituation die monatlichen Ausgaben geringer sind. In dem Fall muss also die Kaltmiete einer monatlichen Kreditrate gegenübergestellt werden, die Sie für ein Immobiliendarlehen zahlen, mit denen Sie wiederum die eigenen vier Wände finanzieren können. Ob die eigenen vier Wände oder das Mieten einer Wohnung die günstigere Alternative ist, hängt von diversen Faktoren ab, wie zum Beispiel:

Es sind also eine Reihe individueller Faktoren, die einen Einfluss darauf haben, ob für Sie persönlich das Miete zahlen oder der Immobilienerwerb die auf Dauer günstigere Variante ist. Dabei lassen sich natürlich nur Darlehensrate und monatliche Miete vergleichen, denn dass das Immobilieneigentum die wirtschaftlich immer sinnvollere Variante ist, ist unbestritten.

Worauf kommt es mir beim Wohnen hauptsächlich an?

Während die Frage danach, ob es im Hinblick auf die monatlichen Belastungen günstiger ist, entweder Immobilieneigentum zu haben oder zur Miete zu wohnen, eine rein materielle Frage ist, fällt die Entscheidung zwischen den eigenen vier Wänden und der Miete oftmals ebenso auf der Grundlage immaterieller Faktoren. Im Wesentlichen geht es darum, dass Sie für sich persönlich herausfinden, worauf es Ihnen beim Wohnen ankommt. Manche Menschen möchten ihr Wohnen beispielsweise möglichst frei gestalten und unabhängig von anderen Personen entscheiden können, wie und wo sie wohnen. In diesem Fall wäre natürlich eindeutig die eigene Immobilie die bessere Wohnsituation. Andere Menschen hingegen möchten sich nicht dauerhaft an einen bestimmten Ort binden und sich ebenfalls nicht großartig um das Haus oder die Wohnung kümmern. Dann wäre sicherlich das Wohnen zur Miete die bessere Wahl.

Bei der Entscheidung zwischen Immobilieneigentum und dem Wohnen zur Miete kann es helfen, dass Sie sich selbst unter anderem die folgenden Fragen stellen:

  1. Wie wichtig ist mir persönliche Freiheit und Unabhängigkeit beim Wohnen?
  2. Möchte ich mein Wohnen möglichst individuell gestalten können?
  3. Möchte ich auf Dauer sehr flexibel bei der Wahl des Wohnortes sein?
  4. Kann ich Rücklagen bilden, was bei eigenem Wohneigentum unvermeidlich ist?
  5. Auf wie vielen Quadratmetern möchte ich wohnen?
  6. Stören mich oder bevorzuge ich direkte Nachbarn?
  7. Möchte ich eine eigene Immobilie als Altersvorsorge nutzen?

All diese Fragen und noch weitere werden Ihnen sicherlich dabei helfen herauszufinden, welcher Wohntyp Sie sind. Dies geschieht natürlich immer vor dem Hintergrund, dass Sie sich finanziell sowohl die eigenen vier Wände mit der entsprechenden Baufinanzierung als auch das Wohnen zur Miete in vergleichbaren Verhältnissen und Objekten leisten können.

Angebot am Markt kann Entscheidung für die Wohnsituation beeinflussen

Ein weiteres Merkmal, welches die Entscheidung zwischen Immobilieneigentum und dem Wohnen zur Miete immer öfter beeinflusst, ergibt sich aus der Marktsituation. In vielen Städten ist es beispielsweise mittlerweile so, dass es entweder nicht mehr genügend Immobilien zum Kauf gibt oder sehr wenige Mietwohnungen zur Verfügung stehen. Wenn Sie beispielsweise schon mehrere Jahre vergeblich nach einer Immobilie zum Kauf gesucht haben, allerdings – beispielsweise aus beruflichen Gründen – nicht in eine Stadt umziehen möchten, wird Ihnen die Entscheidung Immobilieneigentum oder Miete zahlen fast schon automatisch abgenommen. Genauso gut kann es passieren, dass Sie in manchen Städten und Regionen Jahre nach einer passenden Mietwohnung suchen würden, während auf der anderen Seite einige interessante Immobilien zum Kauf angeboten werden. 

Insbesondere in den Metropolen des Landes sind zum Beispiel aufgrund des Platzmangels häufig Ein- oder Zweifamilienhäuser zum Kauf bereits Mangelware. Zwar trifft dies oftmals ebenfalls auf Mietwohnungen ab einer bestimmten Größe zu, aber diese sind meistens dennoch schneller als eine passende Immobilie zu finden. Ebenfalls einen Einfluss hat sicherlich in der jeweiligen Stadt der Ortsteil, den Sie zum Wohnen bevorzugen. In manchen Stadtteilen sind Mietwohnungen überproportional oft vertreten, in anderen Wohngegenden hingegen finden sich fast ausschließlich Ein- und Zweifamilienhäuser.

Lassen Sie sich Zeit mit Ihrer Entscheidung

Es ist nicht selten eine Entscheidung fürs Leben, ob Sie eine Immobilie kaufen oder sich dafür entscheiden, die nächsten Jahre oder sogar Jahrzehnte zur Miete zu wohnen. Aus dem Grund sollten Sie sich genügend Zeit nehmen, die entsprechende Entscheidung zu treffen. Hilfreich ist zum Beispiel, dass Sie tatsächlich eine Pro- und Contra-Liste im Hinblick auf das Wohnen zur Miete und die eigenen vier Wände erstellen. Dazu gehört auch, dass Sie einmal durchrechnen, ob der Immobilienerwerb nebst notwendiger Immobilienfinanzierung oder das Miete zahlen für Sie die kostengünstigere Wohnvariante darstellen würde. 

Ein gutes Hilfsmittel ist in diesem Fall übrigens auch die sogenannte Wohnungsformel. Diese stellt das Verhältnis zwischen dem Kaufpreis einer Immobilie und der Mietzahlung dar und soll nach der Berechnung aussagen, ob es von den reinen Ausgaben her wirtschaftlich sinnvoller wäre, eine Immobilie zu erwerben oder zur Miete zu wohnen. Diese Wohnungsformel lautet:

Kaufpreis der Immobilie / Jahreskaltmiete

Liegt der berechnete Quotient unterhalb von 15, dann wäre im Normalfall das Wohneigentum günstiger. Ist das Ergebnis hingegen größer als 15, ist das Miete zahlen normalerweise die wirtschaftlich günstigere Variante.

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