Wohnung mieten

Bonität, Preis und Lage müssen passen!

Von Zeit zu Zeit können sich die persönlichen Interessen und Anforderungen an eine Wohnung verändern oder die Lebensverhältnisse gehen in eine andere Richtung. Sei es Familienzuwachs, eine andere Arbeitsstelle oder einfach ein Tapetenwechsel. 

Die Gründe, um eine andere Wohnung mieten zu wollen, sind ganz verschieden. In diesem Ratgeber gehen wir auf viele Fragen ein und erklären das Vorgehen in diesen Fällen.

Sie sehen eine Couch, Wand und Fenster

Welche Unterlagen benötige ich, um eine Wohnung zu mieten?

Wer auf der Suche nach einer neuen Mietwohnung ist, der benötigt für den Vermieter in der Regel einige Unterlagen. Im Normalfall benötigen Sie eine Mieterselbstauskunft, welche einen Einblick in Ihre aktuelle Lebenssituation und die Gehaltsklasse geben soll. Weiter werden die letzten drei Gehaltsnachweise eingefordert, die die Gehaltsangaben in der Selbstauskunft offiziell bestätigen. Meist darf auch eine SCHUFA-Auskunft nicht fehlen, die zusammen mit den Gehaltsnachweisen die Zahlungsfähigkeit belegen soll. Für die Identitätsbestätigung verlangen die Vermieter eine Kopie des Personalausweises.

Mehr zum Thema Besichtigungen erfahren Sie außerdem hier.

  • Personalausweis
  • Einkommensnachweis
  • SCHUFA-Auskunft
  • Selbstauskunft
  • Mietbürgschaft
  • Referenzen
  • Mietschuldfreiheitsbescheinigung
  • Fragebogen persönliche Infos
  • Lebenslauf

Bonität - was tun bei negativer SCHUFA-Auskunft?

Haben Sie einen negativen Eintrag in Ihrer Bonitätsprüfung oder vielleicht sogar einen Negativ Score, ist die Suche nach einer geeigneten Wohnung ungleich schwieriger. Dem Vermieter ist es wichtig, dass die Zahlungsfähigkeit gesichert ist. Zu diesem Zweck können Sie den Vermietern einen Bürgen vorschlagen. Ein Bürge dient den Vermietern als Sicherheit, da sie bei Nichtzahlung von diesem die noch offenen Beträge einfordern können.

Preis - wie viel Miete kann ich mir leisten?

Bei der Frage, wie viel Miete Sie sich leisten können, gibt es eine Faustformel. In der Regel sollte die Höhe der Miete nicht mehr betragen, als ein Drittel des Einkommens. Diese Einkommenshöhe wird mittlerweile auch von den Vermietern verlangt. Als kleines Beispiel: Sie haben ein Einkommen von insgesamt 2400 € Netto/Monat. Nach der oben genannten Rechnung können Sie sich also eine Wohnung leisten, die ca. 800 € Warmmiete kosten wird.

Lage - wo möchten Sie eine Wohnung mieten?

Auf der Suche nach einer Wohnung wird häufig in besonders angesagten Vierteln gesucht. Da diese Wohngegenden meist sehr teuer sind, kann es sich lohnen, einen Blick auf den Stadtrand zu werfen. Dort sind die Mieten häufig etwas günstiger als in der Innenstadt. Wichtig bei der Wohnungssuche ist auf jeden Fall, dass die Lage auf die aktuelle Lebenssituation abgestimmt ist und Sie gut zur Arbeit, zum Arzt und zu Einrichtungen wie Schule oder Kita kommen.

Pfeil mit Haus nach unten

Unterschiedliche Arten von Vermietern

Wohnungsbaugesellschaft oder privater Vermieter?

Die Wohnungssuche kann bisweilen sehr nervenaufreibend werden und die großen Gesellschaften stellen hohe Anforderungen an die künftigen Mieter. Ein wenig anders kann es bei kleineren Hausverwaltungen und privaten Vermietern aussehen. Betrachten Sie die Bonitätsauskunft als mögliches Beispiel. Große Gesellschaften holen die Auskunft der Schufa selbst ein und lassen wenig Spielraum, sich etwa nur die relevanten Einträge anzeigen zu lassen. Kleinere und private Vermieter lassen sich in der Regel die Auskunft vom künftigen Mieter einreichen. Das bietet die Möglichkeit, eine Schufa Auskunft speziell für Vermieter ausstellen zu lassen und damit bessere Chancen auf den Zuschlag bei der Wohnungsvergabe. Bei privaten Vermietern handelt es sich häufig um Hausbesitzer, die eine Einliegerwohnung in der oberen Etage oder dem Souterrain besitzen und diese zum Zweck der Hausfinanzierung vermieten.

Unterschied zwischen Gesellschaft und Privatvermieter

Das Mietrecht macht zwischen den beiden Vermietern keinen Unterschied. Die einzigen Unterschiede bestehen in der direkten Erreichbarkeit eines privaten Vermieters und der dementsprechend kurzen Mitteilungswege bei Mängeln und Problemen. Bei Gesellschaften geschieht die Beseitigung von Mängeln über eine Mitteilung an einen Sachbearbeiter, der das an den zuständigen Mitarbeiter weitergibt, welcher dies im System vermerkt und dann an einen Dienstleister weitergibt. Dieser Weg kann sich oft als langwieriger und komplizierter darstellen. Oftmals kann eine Abwicklung über eine Gesellschaft auf Grund der hohen Anzahl an Wohnungen auch professioneller und effizienter stattfinden.

Welchen Unterschied gibt es zwischen Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften?

Auch bei den Unterschieden zwischen Gesellschaften und Genossenschaften ist das Mietrecht klar: Keine der beiden Parteien darf den Mieter anders behandeln. Das Hausrecht, die Kündigungsfristen und die Sorgfalt im Umgang mit dem Mieter und der gezahlten Miete müssen gleich sein. Ein Unterschied  besteht vor allem darin, dass die Genossenschaften keinen Gewinn erwirtschaften und aus diesem Grund können Sie teilweise günstigere Mieten anbieten. Zudem unterscheidet sich die Genossenschaft von einer Gesellschaft, indem Sie keine Kaution erhebt. Stattdessen werden Anteile an der Genossenschaft gekauft, damit Sie dort eine Wohnung mieten können.

Unterschied zwischen Kaution und Genossenschaftsanteilen

Egal, ob Sie bei einer Genossenschaft oder einer Wohnungsbaugesellschaft eine Wohnung mieten, bei beiden wird eine einmalige Zahlung vor der Wohnungsübergabe fällig. Bei einer Gesellschaft zahlen Sie eine Kaution, die dem Vermieter als Sicherheit dient, um Mietausfall und Mängelbeseitigung nach Ende des Mietvertrags auffangen zu können. Eine Genossenschaft hingegen macht Sie mit der Zahlung der Genossenschaftsanteile zu stimmberechtigten Mitgliedern. Sie haben ebenfalls einen Anspruch auf Unternehmensbeteiligungen und werden mit berücksichtigt, wenn Gewinne ausgeschüttet werden können. In beiden Fällen werden bei Ende des Mietverhältnisses die Zahlungen verzinst zurückerstattet.

Was ist ein Wohnberechtigungsschein (WBS)

Wer einen WBS sein Eigen nennt, hat die Möglichkeit, eine Wohnung im Rahmen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus zu erhalten. Dieser wird beim Wohnungsamt beantragt und ist an rechtliche Bestimmungen geknüpft.

Welche Bestimmungen müssen für den WBS erfüllt werden?

Bevor das Wohnungsamt der Vergabe eines WBS zustimmt, wird die Einkommenssituation geprüft. Liegt das Einkommen unterhalb einer bestimmten Summe, bekommt der Antragsteller den WBS ausgestellt. Die Wohnung darf nur eine bestimmte Größe haben und muss für die Anzahl von Personen gestellt werden, die einziehen möchten. So erhalten Sie bspw. bei drei Personen einen Wohnberechtigungsschein für drei Personen inklusive der Angaben über Zimmer und Quadratmeterzahl.

Verändert sich die Wohnungssuche mit dem WBS?

Auf der Suche nach einer geeigneten Wohnung, die Sie mit einem WBS mieten können, gehen Sie in der Regel dieselben Schritte wie ohne. Sie brauchen in den Sucheinstellungen nur ein Häkchen bei WBS erforderlich o.ä. setzen. Dann sucht das Portal nach WBS-Wohnungen. Das Bewerbungsverfahren ist in der Regel dasselbe, außer dass Sie den WBS vorzeigen müssen. Diesen wird der Vermieter bei einer positiven Prüfung einziehen, bevor Sie die Wohnung beziehen können.