Haus mieten

Checklisten, vermeidbare Fehler und Ihre Rechte!

Den Traum vom Haus müssen Sie sich nicht unbedingt durch einen Kauf erfüllen. Es ist auch ohne weiteres möglich, ein Haus zu mieten. Worauf Sie achten müssen und was wirklich zu vermeiden ist, erfahren Sie in der folgenden Checkliste.

Ein Haus finden

Um ein Haus mieten zu können, müssen Sie sich erst einmal im Klaren darüber sein, welche Höhe die Miete haben darf. Ist die Entscheidung gefallen, können Sie sich auf den gängigen Immobilienportalen und in Zeitungen sowie Anzeigenportalen nach einem geeigneten Haus umsehen.

Sie sehen ein freistehendes, kleines Haus

Besichtigungstermin vereinbaren

Ist ein interessantes Haus gefunden, machen Sie einen Besichtigungstermin mit dem Vermieter des Hauses aus. Bereiten Sie sich dabei gut vor und stellen Sie zielgerichtete Fragen.

Reichen Sie die Unterlagen ein

Bevor Sie ein Haus mieten können, sollten Sie schon einmal die nötigen Unterlagen zusammensuchen:

  1. Mieterselbstauskunft
  2. SCHUFA-Auskunft
  3. Die letzten drei Gehaltsnachweise

Mietvertrag unterschreiben

Damit alles unter Dach und Fach ist, wird im nächsten Schritt der Mietvertrag unterschrieben. Lesen Sie den Vertrag genau durch und lassen Sie sich unklare Klauseln erklären, bevor Sie unterschreiben. Einmal unterschrieben wird es schwierig, dem Vertrag zu widersprechen.

Kautionszahlung

Anschließend müssen Sie die vereinbarte Kaution – meistens drei Monatskaltmieten – bezahlen, bevor das Haus an Sie übergeben wird. Der Vermieter muss Ihnen von Rechtswegen her eine Zahlung in drei Raten für die Kautionszahlung einräumen.

Hausübergabe

Bei der Übergabe des Hauses überträgt der Vermieter Ihnen das Hausrecht über das Gebäude und das Grundstück. Er darf von nun an die Immobilie nicht mehr betreten, bevor Sie der Besichtigung zugestimmt haben. Allerdings sei gesagt, dass Sie dazu verpflichtet sind, den Vermieter nach Absprache in das Haus zu lassen.

Schönheitsreparaturen

In aller Regel wird im Mietvertrag geregelt, wer für die Schönheitsreparaturen zuständig ist. Oft werden diese an den Mieter abgetreten und dieser verpflichtet, sie in bestimmten Zeitabständen durchzuführen. Diese Klausel ist allerdings unwirksam, da die Bestimmungen nur als grobe Richtlinie gelten dürfen und vom individuellen Zustand des Hauses abhängig sind.

Garten

Da der Garten mit zum Haus gehört, haben Sie ein zwangsläufig eingeräumtes Nutzungsrecht an dem Garten, da Sie das Hausrecht besitzen. Dieses Recht verpflichtet Sie allerdings auch dazu, den Garten zu pflegen und instand zu halten.

Unterschiede zur Mietwohnung

Wenn Sie ein Haus mieten, besteht vonseiten des Mietrechts kein Unterschied zum Mieten einer Wohnung. Der einzige, wirklich auffällige Unterschied ist dabei die Gartennutzung.

Was geschieht bei einem Eigentümerwechsel?

Stellen wir uns vor, dass Sie ein Haus mieten und der bisherige Eigentümer nach zwei Jahren das Haus verkauft. Sie brauchen bei einem Verkauf des Hauses, in dem Sie zur Miete wohnen keine Angst zu haben, dass die Miete nun wesentlich teurer wird. Der neue Eigentümer muss den Mietvertrag so übernehmen, wie er ist. Hier gilt der sogenannte Grundsatz “Kauf bricht nicht Miete”.  Weiter hat der neue Eigentümer kein gesondertes Kündigungsrecht, sondern muss die bereits genannten Gründe wie Eigenbedarf belegen. Ebenso muss er die Kündigungsfristen von drei bis zwölf Monaten einhalten, je nach Wohndauer des Mieters.

Kündigungsfristen

Ein Mietvertrag kann grundsätzlich über einen bestimmten Zeitraum oder unbefristet vereinbart werden, wenn Sie ein Haus mieten. Welche Kündigungsfristen bestehen und wann eine fristlose Kündigung möglich ist, können Sie im Folgenden nachlesen.

Fristgerechte Kündigung

Die Gründe, eine Kündigung auszusprechen, können vielfältig sein, aber um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie die Kündigungsfristen unbedingt einhalten. Halten Sie die Fristen nicht ein, entstehen Ihnen nach dem Umzug höhere Kosten durch eine Doppelmiete oder die Verzögerung der Kautionsrückzahlung. Im Allgemeinen gilt bei einer fristgerechten Kündigung ein Zeitraum von drei Monaten zum Monatsende. Achten Sie aber unbedingt darauf, die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein zu versenden, damit Sie nachweisen können, dass der Brief pünktlich eingegangen ist. Alternativ können Sie die Kündigung auch persönlich abgeben und sich den Erhalt mit Datum und Unterschrift bestätigen lassen.

Fristlose Kündigung

Leider kann es auch zu Schwierigkeiten mit dem Vermieter kommen, die zu einer fristlosen Kündigung zwingen. Der Vermieter ist verpflichtet, die technischen Anlagen, die für die Bewohnbarkeit des Hauses wichtig sind, instand zu halten. In diesen Fällen haben Sie ein Recht, den Mietvertrag fristlos zu kündigen:

Unbewohnbarkeit

Wenn Sie ein Haus mieten und nach einiger Zeit feststellen Sie, dass z.B. die Heizung einen Defekt aufweist oder die Wände übermäßig feucht sind, haben Sie das Recht, die fristlose Kündigung auszusprechen. Bedingung für diese Kündigung ist jedoch, dass Sie den Vermieter vorher schriftlich abgemahnt haben und er die beinhaltete Frist zur Beseitigung hat verstreichen lassen.

Gesundheitsgefährdung

Sie haben auch das Recht, eine fristlose Kündigung auszusprechen, wenn Sie belegen können, dass das Haus gesundheitsgefährdende Eigenschaften hat. So ist diese Kündigungsart gerechtfertigt, wenn eine erhöhte Konzentration von Formaldehyd nachgewiesen werden kann. Weitere Gründe können auch Ungezieferbefall oder eine zu hohe Menge an Holzschutzmitteln sein.

Ärger mit Vermietern

Sorgt der Vermieter ständig für Ärger im Haus, können sie wegen ständiger Störung des Hausfriedens die fristlose Kündigung absenden. Unter diesen Bedingungen müssen Sie nicht in dem Haus wohnen bleiben.

Klausel zur Durchführung von Kleinreparaturen

Auch wenn Sie ein Haus mieten, kann es Ihnen passieren, dass der Vermieter eine Klausel in den Mietvertrag einbaut, nach der Sie Kleinreparaturen von Bagatellschäden selbst tragen müssen. Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit der Vermieter Sie zu Kleinreparaturen verpflichten kann:

  1. Es muss sich tatsächlich um einen Bagatellschaden handeln, der nicht mehr kostet als 75 €.
  2. Es muss sich um Gegenstände handeln, die der Mieter täglich mehrmals benutzt, wie z.B. den Duschkopf oder den tropfenden Wasserhahn.
  3. Der Vermieter muss eine Obergrenze der zu zahlenden Summe innerhalb eines Jahres angeben, die zwischen 150 € und 200 € oder bei 8 % der Jahresmiete liegt.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, stehen Sie in der Pflicht, diese Reparaturen auch tatsächlich durchzuführen. Zeigen Sie dafür jeden Schaden, den Sie beseitigen, an und heben Sie zum Nachweis der Ausbesserung den Beleg für das Ersatzteil auf.