Vitra

Designmöbel, die in die Geschichte eingehen

Was Apple für Computer, Smartphones und Tablets, das ist Vitra für Möbel. Das Schweizer Familienunternehmen steht wie kein anderes für moderne Möbel, die Originalität, Optik und Funktionalität in Perfektion verkörpern. Und genau das ist es, was wir als Design bezeichnen. Weit mehr als Visualität eben.

„Design ist nicht nur, wie etwas aussieht. Design ist auch, wie etwas funktioniert“

Steve Jobs

Den Leitsatz von Vitra sprach Charles Eames, als Jobs noch ein Nobody und Apple eine Obstsorte war: „The details are not the details. They make the design.” Erst durch Charles und Ray Eames wurde Vitra zur weltbekannten Möbelmarke mit bis heute herausragendem Ruf.

Vitra auf den Punkt gebracht

Vitra ist ein 1950 gegründeter, international bekannter Hersteller von Wohn- und Büromöbeln mit Sitz in Birsfelden bei Basel. Durch die Zusammenarbeit mit renommierten Designern aus der ganzen Welt entstanden bei Vitra zahlreiche Designklassiker, die Möbelgeschichte schrieben. Darunter der Plywood Chair, der Lounge Chair und der Panton Chair. Sie alle stehen für legendäre Originalität, hohe Funktionalität, zeitlose Optik und maximalen Komfort.

Möbel für Anspruchsvolle von Anspruchsvollen

Vieles dreht sich um den Vitra Stuhl, mit dem alles begann. Aber Vitra ist deutlich mehr. Der Möbelbereich gliedert sich in Möbel für Zuhause, das Büro und den öffentlichen Raum. Auf Vitra-Möbeln kann bequem daheim gechillt werden, sie machen uns die Arbeit angenehmer und stehen am Flughafen bereit, um sich darauf niederzulassen. Auch das traditionelle Ladenbaugeschäft besteht bis heute.

Egal was Vitra macht, der Anspruch ist immer präsent. Der Anspruch der Designer, der Kunden und der Selbstanspruch von Vitra. Deshalb hat sich Vitra für seine Produkte immer mit den besten Designern aus der ganzen Welt zusammengetan. 

Neben Ray und Charles Eames, die maßgeblichen Anteil am Erfolg von Vitra haben, unter anderem Mario Bellini, Ronan und Erwan Bouroullec, Antonio CitterioKonstantin Grcic, Hella JongeriusAlberto Meda, Jasper Morrison und Maarten van Severen.

Möbel, die es vorher noch nicht gab

Ziel von Vitra war es schon immer, Möbel zu bauen, die es bisher nicht gab. Die optische Erscheinung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Design entsteht immer im Austausch mit der Gesellschaft. Dabei zeigt sich der Möbelhersteller aufgeschlossen und experimentiert mit immer neuen Farben, Formen und Materialien.

Sie sehen Stühle der Firma Vitra

Es ist nicht nur das, was verwendet wird, sondern auch wie es verwendet wird. Nicht selten erfordern die ausgefallenen Entwürfe der Designer völlig neue Herstellungsmethoden, die die Köpfe der Ingenieure rauchen lassen. Allein die Entwicklung des Panton Chair hat vier Jahre gedauert. 

Jedes Möbelstück von Vitra hat seine ganz individuelle Handschrift. Hinzu kommt, dass sich die meisten Möbel hinsichtlich Farbe und Material von den Kunden individualisieren lassen. So können viel Stühle zum Beispiel wahlweise mit Stoff oder Leder bezogen werden. Zur Auswahl stehen zahlreiche, zum Teil recht ausgefallene Farben.

Vitra erfindet sich ständig neu – und schafft dadurch Klassiker

So wie sich die Welt und die Menschen auf dieser Welt verändern, verändern sich auch die Möbel von Vitra. Die meisten davon sind jedoch zu zeitlos schönen Designklassikern geworden. Das Ergebnis des stets akribischen Design- und Produktionsprozesses sind bis ins Detail durchdachte Möbel, die präzise produziert und aufs Härteste geprüft werden.

Vitra geht hinsichtlich der Qualität keine Kompromisse ein. Das Credo lautet: „Wer sich für Vitra entscheidet, soll ein Leben lang Freude daran haben.“ Die extrem langlebigen Produkte werden mit dem Alter immer schöner. Sie erleben Geschichte und schreiben Geschichte. Vitra-Möbel werden weitergegeben und vererbt, erleben und überlegen so verschiedene Menschen und Generationen – und bleiben dabei ausgesprochen wertstabil.

Vom Ladenbauer zur Designikone
Die Geschichte von Vitra

Wäre Willi Fehlbaum gemeinsam mit seiner Frau Erika 1953 nicht in die Vereinigten Staaten von Amerika gereist, wäre Vitra heute nicht das, was es ist. Aber beginnen wir von vorne. Willi Fehlbaum, geboren 1914, übernahm als 20-Jähriger ein Ladenbaugeschäft in Birsfelden bei Basel. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verlagerte der Ladenbauer seine Produktion 1950 über die Grenze in das nahegelegene Weil am Rhein auf deutschem Boden. Das Ehepaar begann langsam aber zielstrebig damit, Möbel zu produzieren. In dieser Zeit ließen sich die Fehlbaums auch den Namen Vitra patentieren, ohne ihn gleich zu nutzen.

Vitra Eames Stuhl

Der Durchbruch kam mit der besagten USA-Reise. Hier stieß Willi Fehlbaum auf ein Möbelstück, dass ihn so sehr begeisterte, wie nichts zuvor. Und das ihr Leben verändern sollte: Der Plywood Chair von Ray und Charles Eames. Außergewöhnlicher Materialeinsatz gepaart mit innovativem Design. Genau diesen Stuhl wollte Willi nach Europa bringen. 

Noch in den USA bemühte er sich um die Vertriebsrechte und konnte diese tatsächlich von dem schon damals angesehenen Möbelhersteller Herman Miller erwerben. Der damals geschlossene Vertrag umfasste auch Entwürfe des Designers George Nelson.

Die Zusammenarbeit mit Herman Miller ist bezeichnend für die Unternehmenskultur von Vitra. Bis heute sind beide Familienunternehmen eng miteinander verbunden. Miller produziert noch immer die Vitra-Möbel für den amerikanischen Markt. Das hohe Maß an Sorgfalt bei der Entwicklung und Produktion, das Vitra seit Jahrzehnten an den Tag legt, ist fast nur durch die familiäre Bindung möglich.

Spielplatz für Architekten und
Designer Vitra Campus in Weil am Rhein

Vier Jahre, nachdem Willi die Leitung des Unternehmens an seinen Sohn Rolf übergeben hatte, geschah das, wovor sich alle Unternehmenslenker fürchten. Bei einem Großbrand im Jahre 1981 raubten die Flammen mehrere Produktionsgebäude auf dem Gelände der deutschen Niederlassung von Vitra. Rolf Fehlbaum nahm dieses tragische Ereignis zum Anlass, um das Areal völlig neu zu denken.

Der Architekt Nicholas Grimshaw entwarf ein Konzept für das gesamte Areal. Über Jahre hinweg schufen namhafte Architekten aus der ganzen Welt – darunter Frank O. Gehry und Zaha Hadid – neue, moderne Gebäude. Auf diese Weise entstand der Vitra Campus, der als eigenständiges Kunstwerk unbedingt einen Besuch wert ist. Was für die Möbel von Vitra gilt, nämlich das Praktische mit dem Ästhetischen zu vereinen, leistet auf dem Campus die Architektur.

Sie sehen den Vitra Campus in Weil am Rhein

Auf dem Vitra Campus befindet sich auch das Vitra Design Museum. Rund 20.000 Exponate aus 200 Jahren Designgeschichte zählt das Register. Etwa 400 davon sind in der Dauerausstellung zu bestaunen. Überhaupt besitzt Vitra die größte Stuhlsammlung der Welt.

Designlegenden
Die weltberühmten Vitra Möbel

In 70 Jahren hat Vitra es geschafft einen Möbelklassiker nach dem anderen auf den Markt zu bringen. Folgend eine kleine Auswahl der bekanntesten Vitra-Möbel.

Vitra Plywood Chair (1945/46)

Mit dem Plywood Chair hat alles begonnen. Ray und Charles Eames suchten jahrelang nach einer Möglichkeit dreidimensional verformtes Schichtholz so anzupassen, dass es sich bestmöglich den Formen des menschlichen Körpers anpasst. Der Plywood Chair wird noch immer produziert und ist in verschiedensten Ausführungen erhältlich.

Vitra Lounge Chair (1956)

Der Lounge Chair ist eines der berühmtesten und auch begehrtesten Möbelstücke von Vitra. Charles und Ray Eames wollten eine Alternative zum damals sehr verbreiteten, aber auch klobigen und wuchtigen Clubsessel aus Großbritannien schaffen. Entstanden ist eine echte Designikone. Der Lounge Chair wirkt deutlich leichter, eleganter und moderner als der Clubsessel und ist dabei auch noch komfortabler.

Seit Erscheinen des Lounge Chair wird er von Vitra im gleichen Verfahren produziert. Es gibt ihn in den klassischen und in neuen, etwas größeren Maßen. Holzschale, Leder und Gestell können individuell ausgewählt werden. Es gibt eine schwarze und eine weiße Variante, bei der die Details aufeinander abgestimmt sind.

Der Vitra Lounge Chair wird vielfach kopiert und günstiger angeboten, aber nur das Original überzeugt mit einer perfekten Symbiose aus Design und Verarbeitung.

Vitramat (1970)

Mit dem Vitramat wagte Vitra 1976 den Einstieg in den bisher von wenigen Spezialunternehmen beherrschten Markt für Büromöbel. Nicht mit irgendeinem Bürostuhl, sondern mit einem Modell, dass das dynamische Sitzen ermöglicht. Damit ist der häufige Wechsel der Sitzhaltung und -position gemeint, was den Bewegungsapparat entlastet. Vitra nutzte somit der Ergebnisse der arbeitsmedizinischen Forschung, um ein darauf abgestimmtes, ideal-ergonomisches Sitzinstrument zu schaffen. Die einfach zu bedienende Synchronmechanik, die im Vitramat erstmals zum Einsatz kam, ist heute Standard bei verstellbaren Bürostühlen.

Vitra konnte mit dem Vitramat nun auch im Konkurrenzkampf um die besonders lukrativen Großaufträge von Unternehmen und Behörden mitmischen. Und Vitra hat damit auch den optischen Anspruch an Bürostühle geweckt. 1979 nahm Vitra Kontakt mit dem italienischen Designer Mario Bellini auf, der unter anderem die Bürostühle Figura und Persona entwarf und somit ein völlig neues, erstmals ästhetisches Sitzdesign in die Büros brachte.

Vitra Figura (1984)

Figura beweist, dass Stühle nicht zwangsläufig vier Beine brauchen. Der Freischwinger ist ein formvollendeter Konferenz- und Sitzungsstuhl, der in der Regel mit Leder bezogen ist. Er wurde 1984 von Mario Bellini und seinem Mitarbeiter Dieter Thiel entworfen.

In einer Sonderausführung schaffte es Figura sogar in den Deutschen Bundestag. Die berühmten blauen Stühle, auf denen die Abgeordneten sitzen, sind Figura-Stühle. Die Farbe Reichstags-Blue wurde eigens dafür ausgewählt. Die Stühle sind in einer Schiene verankert und lassen sich so nach vorne und hinten, aber nicht zur Seite schieben. Schon im Bonner Bundeshaus nahmen die Politiker auf Figura von Vitra Platz.

Vitra Panton Chair (1999)

Noch verhältnismäßig jung und doch längst ein Möbelklassiker: Der Panton Chair war bei seiner Markteinführung futuristisch und hat bis heute nichts an seinem Charme verloren. Verner Panton entwarf den Stuhl bereits 1960. Erst 1999 war die Produktionstechnik so weit gereift, dass der Stuhl aus durchgefärbtem, strapazierfähigem Kunststoff mit matt glänzender Oberfläche industriell gefertigt werden konnte.

Der schwungvolle Freischwinger strahlt Dynamik aus und passt sowohl zu einer modernen als auch zu einer klassischen Einrichtung. Der Panton Chair erhielt diverse Design Auszeichnungen und bereichert die Sammlungen diverser Museen auf der ganzen Welt.

Vitra schafft Bewusstsein für Design

Vitra hat den Stuhl revolutioniert. Immer wieder aufs Neue. Oft unerreicht. Und Vitra produziert längst weit mehr als nur Sitzmöbel. Vitra-Möbel sind langlebige Klassiker, die niemals aus der Mode kommen und mit dem Alter immer geschichtsträchtiger werden. Möbel, die sogar im Museum of Modern Art (MoMA) in New York ausgestellt sind. Vitra schafft mit seinen oft unerreichten Möbel Ikonen Bewusstsein für Design.

Bildquelle:  
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