Hallo, liebe Leserschaft und willkommen zu diesem Beitrag. Dabei schreibe ich aus meiner persönlichen Sicht und Erfahrung. Rechnen Sie daher mit einer gewissen Ironie…

Als Student im siebten Semester, ist mir die Wohnungslage in Regensburg durchaus bekannt. Massenabfertigungen und Willkür bei der Vergabe. Doch bis dahin beruhte meine Erfahrung nur auf Erzählungen und aus Texten von manchen Facebook Gruppen.

Das änderte sich im Oktober letzten Jahres. Meine Beziehung scheiterte und ich musste auf kurze Zeit eine neue Bleibe in Regensburg finden. Also stürzte ich mich auf die einschlägigen Immobilien Plattformen und suchte nach Wohnungen möglichst zentral im Herzen von Regensburg, genauer in der Altstadt.

Dazu noch ein kleiner Einschub: Seit meinem 17. Lebensjahr wohne ich entweder alleine oder mit (EX)-Freundinnen zusammen. Die Wohnung in Regensburg sollte die fünfte Wohnung werden. Dabei habe ich Besichtigungen in Nürnberg, Straubing, Cham und Bologna bereits hinter mir. Ein kleiner Vergleich war somit gegeben.

Immobilien Markt in Regensburg – eine Katastrophe?!

Nun ja meine Voraussetzungen waren zeitlich definitiv nicht die besten, da das Wintersemester gerade erst begonnen hatte und das Angebot ziemlich knapp sein sollte. So war es auch! Prinzipiell suchte ich nach einer Wohnung oder alternativ einer kleinen Haushälfte außerhalb mit einer maximalen Warmmiete von 1000 €.

Es gab nicht viel Angebot und so kam es, dass ich gefühlt alle fünf Minuten jegliche Immo-Apps aktualisierte.

Die ersten Bewerbungen

Nach ein paar Tagen schrieb ich also die ersten Bewerbungen für ein paar Wohnungen in Regensburg. Detailliert zu meiner Person, meinem Lebenslauf und zu meinem Einkommen hämmerte ich meinen Text auf die Tastatur, schickte Sie ab und wartete….

…. und wartete. Denn von 10 Anfragen bzw. Bewerbungen kamen zwei direkte Absagen oder erst gar keine Antwort. Naja, betrachtet man das Angebot und die wahrscheinlich enorm hohe Nachfrage, dann möchte ich nicht in der Haut des Vermieters/Verkäufers stecken. Doch änderte dies nichts an meiner momentan wohnungslosen Situation.

Nach dutzenden weiteren Mails kam endlich eine Einladung zu einer Besichtigung. Donnerstag 12:15 bis 12:30 unweit der „Wurstkuchl“ an der Donau. Eine absolute Traumlage in der Altstadt von Regensburg.

Die Massenbesichtigung

Auf die Frage wie sich die Besichtigung gestalten würde, erhielt ich vorweg erst mal keine Aussage. Angekommen stellte sich, aber sofort heraus was es war. Eine Schlange an Menschen. Ich schätze Sie auf 20-25 Leute. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich bereits kapitulieren und lieber ein Bierchen genießen, als zusammengepfercht in einer 2-Zimmer-Wohnung zu stehen.

Doch ich riskierte es und fand ich mich im zweiten Stock des Altbaus, zusammen mit 25 anderen Interessenten wieder. Irgendwie ein unangenehmer peinlicher Moment.

Der Makler stand in Jeans mit ungebügelten Hemd und absolut motiviertem Gesichtsausdruck #Ironie am Tresen in der Küche. Um dieser Situation schnellst möglich zu entkommen, gab ich meine Selbstauskunft ab und verflüchtigte mich.

Ein paar Tage erhielt ich meine erste Absage und das Spiel begann von vorne.

Eine neue Strategie

Nach etlichen weiteren Absagen begann ich tatsächlich an mir und meiner Situation zu zweifeln. Dabei stelle ich mir die Frage was man als Mieter überhaupt bieten musste, um eine Chance zu haben?! Denn meine persönliche Ausgangssituation war meiner Meinung nach definitiv gut. Hier ein paar Eckdaten:

Und trotzdem hatte ich bei zwei weiteren Massenbesichtigungen keinerlei Chance.

Auch bei einer Besichtigung die von einem privaten Pärchen (geschätztes Alter zwischen 50 und 60 Jahre) abgehalten wurde, prallte ich ab. Dabei war ich dem Mann wohl sympathisch, da ich viel Sicherheit bieten konnte und anbot die Wohnung komplett selbst zu streichen und alles nötige herzurichten. Natürlich auf eigene Kosten! Allerdings war ich der Dame des Hauses wohl weniger angenehm und ich erhielt eine weitere Absage. Die Frage, wer die Hosen anhatte, stellt sich wohl nicht mehr.

Unfair und Zufällig

Nach dieser für mich vorerst letzten Massenbegutachtung entschloss ich mich nicht mehr an solchen teilzunehmen. Ich hatte das Gefühl, eher im Lotto zu gewinnen und mir dann eine Immobilie in Regensburg zu kaufen, als mal zu den glücklichen Finalisten bei der Wohnungssuche zu gehören.

Eine absolut unfaire Situation in der ein Mietsuchender aber auch die Käufer stellenweise gedrängt werden. Als Student wird man meist schon vorverurteilt. Partys, wenig Geld, Kiffen und Bierflaschen. Das haben wohl viele Vermieter schon als Kopfkino und blocken vorab.

Jetzt gehöre ich eindeutige nicht zu diesem Schlag Student, kann gutes Einkommen und Sicherheiten vorweisen, doch eine Wohnung habe ich trotzdem nicht bekommen.

Wie es Studenten geht, die einfach auch mal ihr Leben genießen wollen und logischerweise auch nicht viel Geld ihr eigenen nennen, will ich erst gar nicht wissen.

Der Höhepunkt der Absurdität

Alles half nichts, denn bis dato hatte ich immer noch keine Bleibe. Also Hirn und Ego aus!

Den Höhepunkt des Kampfes um eine Immobilie in Regensburg erreichte ich dann im Dezember, also nach etwa zwei Monaten Suche. Es war zwar keine Massenbesichtigung im herkömmlichen Sinne, aber 5-10 Leute waren auch hier anwesend.

Als es darum ging die Selbstauskunft beim Makler abzugeben, begannen die Verhandlungen. Erst wurde eine Art Provision versprochen, dann war ein Pärchen dazu bereit mehr Miete als veranschlagt zu zahlen.

Geschockt und mit einem faden Beigeschmack habe ich an diesem Tag meine Daten nicht hinterlassen.

Glück gehabt ….

Genau so kann man es beschreiben, dass ich nun in meinen schönen vier Wänden am Neupfarrplatz liege und diese Zeilen tippe.

Es war Glück, das ich einen wirklich netten Makler hatte, der noch dazu nur fünf einzelne Besichtigungen für diese Wohnung abhielt. Absolut professionell, ehrlich und so wie es sich verdammt nochmal auch gehört.

Mein persönliches Fazit

Hätte ich gewusst wie abwertend solche Massenbesichtigungen sind, dann wäre ich definitiv auf keiner einzigen gewesen. Es beruht auf reiner Willkür und der sehr knappe Wohnungsmarkt in Regensburg macht es nicht gerade angenehmer.

Obwohl ich Student bin, habe ich nicht nach Plätzen in Wohnheimen Ausschau gehalten. Doch auch mein persönliches Umfeld hatte keine Lust und Interesse an „Bunker – Wohnen“. Die Folge ist ein überfluteter Mieter-Markt der einen solchen Umgang mit Suchenden erst ermöglicht und auch schürt.

Mir und auch dem Team von Neue.Immo ist bewusst, dass es vielen Suchenden so ergeht. Wir werden daher in Zukunft versuchen, Sie mit Tipps und Informationen zu unterstützen.

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